20. August 2026

Jugendorganisationen beziehen Stellung zur Zukunftsfrage der Wasserknappheit

Jugendverbände fordern eine neue Wasserpolitik für Brandenburg

Naturschutzjugend (NAJU)  Brandenburg, Jusos Brandenburg und GRÜNE JUGEND Brandenburg diskutieren über Naturschutz und Wasserknappheit

Dürre, Ernteausfälle und trockene Landschaften sind keine abstrakte Zukunft mehr, werden uns junge Menschen aber mit Sicherheit für den Rest unseres Lebens betreffen. Über Wasserknappheit und die Folgen des Klimawandels wird viel gesprochen, die Perspektive junger Menschen kommt dabei jedoch kaum zu Wort. Das wollen die NAJU Brandenburg, die Jusos Brandenburg und die GRÜNE JUGEND Brandenburg ändern.

Am 17. August kamen 30 Mitglieder der drei Jugendorganisationen in Potsdam zusammen, um über Naturschutz, Wasserknappheit und die Zukunft der brandenburgischen Wasserlandschaft zu diskutieren (Bilder im Cloud Ordner: https://wolke.netzbegruenung.de/s/Roxd9SESHPG4Z2m). Dabei ging es ausdrücklich darum, über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Die Auswirkungen der Klimakrise entscheiden sich auch daran, wie wir mit unserer knappen Ressource Wasser umgehen. Wir können es uns nicht leisten, dass jede Organisation und jede Partei nur für sich nach Lösungen sucht. Wir wollen gemeinsam diskutieren, streiten und am Ende konkrete Vorschläge entwickeln, die Brandenburg auch für unsere Generation lebenswert halten“, sagt Landelin Winter, Sprecher der GRÜNE JUGEND Brandenburg.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Frage, wie Wasser stärker in der Landschaft gehalten werden kann. Gerade in Brandenburg wurde Wasser über Jahrzehnte durch Entwässerungssysteme schnell aus der Landschaft abgeführt. Aus Sicht der NAJU braucht es deshalb einen grundlegenden Perspektivwechsel.

Wir müssen aufhören, Wasser so schnell aus der Landschaft herausfließen zu lassen. Gerade in Zeiten zunehmender Dürren müssen wir dafür sorgen, dass Wasser länger in unseren Böden, Mooren und Feuchtgebieten bleibt. Dazu gehört auch, Drainagen gezielt zurückzubauen und unsere natürlichen Wasserspeicher zu stärken“, sagt Sarah Diering, Landesjugendsprecherin der NAJU Brandenburg.

Gleichzeitig wird Wasser zunehmend zur Verteilungsfrage. Berlin und Brandenburg sind wasserwirtschaftlich eng miteinander verbunden: Berlin ist auf Wasserzuflüsse aus Brandenburg angewiesen, während sinkende Pegel und Grundwasserstände vielerorts besonders in den ländlichen Regionen Brandenburgs spürbar werden.

„Wasser ist unsere Lebensgrundlage und darf nicht danach verteilt werden, wo die wirtschaftliche Nachfrage am größten ist. Wenn das Land Berlin auch künftig auf Wasserzuflüsse aus Brandenburg angewiesen ist, muss es sich finanziell am Schutz unseres gemeinsamen Wasserhaushalts beteiligen. Wer Wasser nutzt, muss auch zu seinem Schutz beitragen. Die Kosten und Folgen der Wasserknappheit dürfen nicht bei den Menschen und Kommunen im ländlichen Brandenburg hängen bleiben“, erklärt Leonel Richy Andicene, Vorsitzender der Jusos Brandenburg.

Die drei Jugendorganisationen haben vereinbart, gemeinsam ins Handeln zu kommen und künftig zusammen mit der Zivilgesellschaft vor Ort Clean-up-Days in Brandenburger Kommunen zu organisieren. Zudem planen sie eine gemeinsame Bildungsexkursion in Brandenburger Moorgebiete, um sich mit deren Bedeutung für Wasserrückhalt, Klima- und Naturschutz auseinanderzusetzen.

NAJU Brandenburg, Jusos Brandenburg und GRÜNE JUGEND Brandenburg wollen damit einen Beitrag zu einer überfälligen Debatte leisten: Wasserpolitik darf nicht nur Krisenmanagement sein. Sie muss zur gemeinsamen Zukunftsaufgabe mit Beteiligung der jungen Generation werden.